15 Millionen Deutsche mussten nach Kriegsende aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa fliehen oder wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Fast 2,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer haben die Torturen von Flucht, Vertreibung, Folter, Zwangsarbeit oder Vergewaltigung nicht überlebt.
Das liegt mehr als 60 Jahre zurück. Warum also immer wieder in alten Wunden bohren? Sollte man die Vergangenheit nicht ruhen lassen?
Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily gab in seiner 1999 im Berliner Dom
gehaltenen Rede eine zukunftweisende Antwort darauf: „Die politische Linke hat in der Vergangenheit, das lässt sich leider nicht bestreiten, zeitweise über die Vertreibungsverbrechen, über das millionenfache Leid, das den Vertriebenen zugefügt wurde, hinweggesehen, sei es aus Desinteresse, sei es aus Ängstlichkeit vor dem Vorwurf, als Revanchist gescholten zu werden, oder sei es in dem Irrglauben, durch Verschweigen und Verdrängen eher den Weg zu einem Ausgleich mit unseren Nachbarn im Osten zu erreichen. Dieses Verhalten war Ausdruck von Mutlosigkeit und Zaghaftigkeit. Inzwischen wissen wir, dass wir nur dann, wenn wir den Mut zu einer klaren Sprache aufbringen und der Wahrheit ins Gesicht sehen, die Grundlage für ein gutes und friedliches Miteinander finden können".
Die dreiteilige Fernsehdokumentation aus dem Jahr 1981 wurde für ihre anschauliche Schilderung des Leids der Betroffenen mit der „Goldenen Kamera“ der HÖRZU ausgezeichnet.
Teil 1: Inferno im Osten
Der erste Teil schildert das Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen in den Jahren zwischen 1939 und 1945. Zwangsumsiedlungen als Folge des Hitler-Stalin-Paktes (1939), die Deportation deutscher Volksgruppen nach dem Angriff Hitlers auf die Sowjetunion, die massenhafte Flucht von Deutschen vor der heranrückenden Roten Armee sowie die Folgen britischer und amerikanischer Luftangriffe auf Dresden, bei denen allein Zehntausende von Flüchtlingen ihr Leben verloren, werden in der Schilderung von Zeitzeugen und durch historisches Filmmaterial lebendig vor Augen geführt.
Teil 2: Die Rechtlosen
Die kriegsbeteiligten Mächte entwickelten verschiedene Konzeptionen zur Teilung Deutschlands und zur Aufteilung ihrer Einflusszonen in Europa. Ein Rückblick verdeutlicht die Auswirkungen dieser am Konferenztisch getroffenen Entscheidungen für die jeweils betroffene Zivilbevölkerung.
Teil 3: Zwischen Fremde und Heimat
Millionen Flüchtlinge und Vertriebene wurden in die westlichen Besatzungszonen und in die Bundesrepublik Deutschland integriert, nachdem sie ihre Heimat verlassen mussten. Eine wichtige Grundlage zu dieser Integration war die Charta der Heimatvertriebenen aus dem Jahre 1950. Sie wurde zu einem Dokument des Bekenntnisses zu guter Nachbarschaft in Europa und zum friedlichen Ausgleich zwischen den Völkern.
Bonus-DVD

Erika Steinbach im Gespräch mit Ansgar Graw: „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland – Vertreibung als Teil deutscher Identität“
Von dieser DVD gehen 3 € an die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“
Laufzeit: 170 Minuten + Bonus-DVD
Umfang: Doppel-DVD
Bild: 4 : 3
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprachen: Deutsch
Untertitel: keine
Regionalcode: PAL 0
ISBN: 978-3-940468-23-9
EAN: 4260142790238
FSK: ab 12 Jahren
Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 10. Juni 2009 im Shop aufgenommen.